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محتوى الصفحة: Home > مجلة النقل الدولي "Transport International" > Nr. 14 / Januar 2004 > Anti-Gewerkschafts-Strategien bei US-Busdiensten
Der Beschluss, Höhepunkt einer seit Monaten andauernden Kampagne, die die Geschäftsstelle 284 der Service Employee's International Union mit Unterstützung des Gewerkschaftsdachverbandes AFL-CIO durchführte, hatte den Beschäftigten für den Fall, dass Privatunternehmen sich um Aufträge im Schulbusverkehr bewerben sollten, einige Gewerkschaftsrechte zugesichert. Den Gewerkschaften gestattete dies, innerhalb eines Monats anhand unterzeichneter Mitgliederkarten eine Urabstimmung durchzuführen; im Gegenzug war dafür gesorgt, dass in dieser Zeit keine Arbeitskampfmaßnahmen stattfanden.
Nun stellt sich für Gewerkschaften das Problem, dass sie nicht über die erforderlichen Mittel für einen solchen Rechtsstreit verfügt.
Ende 2003 erweiterte FirstGroup mit der Übernahme des Geschäftsbereichs öffentliche Verkehrsdienste von Coach USA sein Imperium. Stagecoach, ein weiteres Unternehmen mit Sitz in Großbritannien, war durch den Erwerb von Coach USA 1999 zu überhöhtem Preis in finanzielle Schwierigkeiten geraten, die es zum Verkauf zwangen.
Andere Geschäftsbereiche von Coach USA gingen an verschiedene Käufer, darunter andere Busbetreiber, die Geschäftsleitung und Beteiligungsgesellschaften. Selbst hat das Unternehmen lediglich die rentablen Pendlerdienste in New York, New Jersey und Chicago behalten. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Transaktionen für Gewerkschaftsmitglieder auswirken werden.
FirstGroup ist nicht das einzige multinationale britische Verkehrsunternehmen, das in den USA eine gewerkschaftsfeindliche Haltung an den Tag legt, während es die Gewerkschaften in Großbritannien als Verhandlungspartner anerkennt und konsultiert. Durham School Services, Tochter des Busunternehmens National Express, steht ebenfalls im Kreuzfeuer der Kritik US-amerikanischer Gewerkschaften. Gegen beide Unternehmen hat das Amt für Arbeitgeber-/Arbeitnehmerbeziehungen in den USA vor kurzem ermittelt.
In Milwaukee stimmten die Beschäftigten in einer Durham-Niederlassung und bei zwei Niederlassungen des führenden Unternehmensriesen im Schulbusverkehr, Laidlaw, für die Gewerkschaft AFSCME (American Federation of State, County and Municipal Employees) als ihre Interessensvertretung. Durham reagierte darauf, indem es die jährlichen Lohnerhöhungen einbehielt und Fahrer/innen daran hinderte, ihre Busse zur Heimfahrt zu benutzen.
AFSCME klagte gegen beide Unternehmen wegen Verstoßes gegen das Arbeitsrecht, aber bei der Ausschreibung für den Betrieb der Schulbuslinien unterbreiteten beide Unternehmen sehr teure Angebote. Sie wussten, dass der niedrigste Anbieter den Zuschlag für die Verträge erhalten würde, und gingen folglich beide leer aus.
Der Schulbeirat erklärte sich auf Drängen der Gewerkschaft und der Gemeinde bereit, die Dienste neu auszuschreiben. Laidlaw sagte eine Beteiligung zu und hielt den Betrieb in beiden Depots aufrecht, allerdings erst, nachdem das Unternehmen Verschlechterungen im Beschäftigungsvertrag mit der Gewerkschaft durchgesetzt hatte. Durham aber wollte unter keinen Umständen an der Ausschreibung teilnehmen, so dass das Depot dort geschlossen blieb.
Auch die Teamsters-Gewerkschaft bekam an einigen Standorten Probleme mit Durham. In Livermore und Hayward in Kalifornien (Juni 2001) sowie in St. Louis, Missouri (Januar 2001) sprachen sich die Beschäftigten für eine Vertretung durch die Gewerkschaft aus, doch Durham weigert sich in allen diesen Betrieben, in gutem Glauben mit der Gewerkschaft zu verhandeln und verschleppt nach wie vor die Verhandlungen über den ersten Vertrag.
Wegen dieser Verzögerungstaktik ziehen sich die Verhandlungen seit nunmehr zwei Jahren hin. In St. Louis leitete ein Mitglied der Geschäftsleitung offenbar Schritte ein, um die Gewerkschaft wieder aus dem Betrieb zu verbannen; es folgte die übliche gewerkschaftsfeindliche Kampagne von Unternehmensseite. Dank intensivster Bemühungen der Mitglieder der Teamsters-Geschäftsstelle 610 konnte dieser Versuch im September 2003 bei einer Abstimmung mit 77:34 Stimmen zugunsten der Gewerkschaft abgewehrt werden.
Internationale Kampagne
Die Teamsters-Gewerkschaft beteiligt sich an einer internationalen Kampagne unter Mitwirkung der ITF sowie anderer Gewerkschaften in Großbritannien und Australien und erhielt solidarische Unterstützung aus aller Welt, die den Mitgliedern viel genützt hat. Dafür sind sie äußerst dankbar.
Vor kurzem fand eine erfolgreiche Kundgebung in El Paso, Texas, statt, wo ein Football-Stadion von Larry Durham, dem Chief Executive von National Express in den Vereinigten Staaten, finanziell unterstützt wird. Die Gewerkschaft konnte der Bevölkerung in der Stadt erfolgreich vermitteln, dass Durham seine Beschäftigten miserabel behandelt. Als Teil der Aktion flog während eines Football-Spiels über dem Stadion ein Flugzeug mit Spruchband, auf dem stand: "Durham spielt mit der Sicherheit von Kindern" – eine Anspielung auf den schlechten technischen Wartungszustand der Durham-Busse in einigen US-Bundesstaaten.
Steve Edwards fungiert als Berater des ITF-Netzwerks für multinationale Unternehmen im öffentlichen Personennahverkehr.Vorteile einer Gewerkschaftsmitgliedschaft in den USA (Privatwirtschaft, alle Branchen)
Mitgliederstatistik
Gewerkschaftsfeindliche Maßnahmen:
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Issue 14 January 2004
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