Informationen aus dem Airline-Business

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محتوى الصفحة: Home > مجلة النقل الدولي "Transport International" > Nr. 10 / Januar 2003 > Informationen aus dem Airline-Business


Im Rahmen der 5. Luftverkehrskonferenz der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) im März werden voraussichtlich erneut Rufe nach einer weiteren Liberalisierung des Sektors laut werden. Der Sekretär der ITF-Sektion Zivilluftfahrt, Shane Enright, erläutert die Alternativen, mit denen die Gewerkschaften der Beschäftigten in der Luftverkehrswirtschaft diesen Forderungen entgegentreten wollen

Die 5. ICAO-Luftverkehrskonferenz findet vor dem Hintergrund sich immer weiter verfinsternder Zukunftsprognosen für die Luftverkehrsdienste, die Beschäftigten im Luftverkehr sowie alle Kommunen, Interessensgruppen und Zulieferindustrien, die von diesem Sektor abhängig sind, statt. Die ITF fordert seit langem, dass die ICAO federführend für die Verabschiedung und Überwachung des international gültigen wirtschaftlichen Ordnungsrahmens für den Sektor verantwortlich sein sollte. Sicherheitsüberlegungen und wirtschaftliche Interessen müssen ganz klar auch in Zukunft miteinander verknüpft sein, da jede wirtschaftliche Entscheidung sich potentiell auf die Sicherheit auswirkt. Die Luftverkehrsgewerkschaften befürchten allerdings, dass dieser entscheidende Zusammenhang angesichts der Pläne für eine fortgesetzte, aggressive Liberalisierung des Sektors, der sich eigentlich dringend auf die Gewährleistung von Stabilität, Rechenschaftspflicht und Fairplay konzentrieren müsste, in Frage gestellt werden könnte.

Intervention im Namen der Stabilität

Es ist der globalen Luftverkehrswirtschaft eindeutig nicht gelungen, den Geschäftszyklus unter Kontrolle zu halten. Schon vor den Ereignissen des 11. September 2001 war klar, dass die Unternehmen auf Kosten der Rentabilität immer mehr Kapazitäten bereitstellten, um sich zusätzlich Marktanteile zu sichern. Dieser langfristige Trend wird vom Chief Economist des Internationalen Luftverkehrsverbandes IATA bestätigt, der die Gewinnmargen der Fluggesellschaften als "selbst in den besten Jahren verschwindend klein" bezeichnete. Wenn die Marktmechanismen die Stabilität nicht sichern konnten bzw. die Situation der Wirtschaft sogar noch verschlechtert haben , dann müssen die Regierungen jetzt durch ihr Eingreifen für Ordnung sorgen. Der Luftverkehr ist kein Randbereich der Wirtschaft, sondern mit ausschlaggebend für das wirtschaftliche Wohlergehen der Nationen. Seine Bedeutung ist zu groß, als dass man die Kontrolle über die Branche einfach den Damen und Herren in den Vorstandsetagen überlassen könnte, die niemandem gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet sind und sich einzig und allein an kurzfristigen Aktionärsinteressen orientieren.

Wirtschaftliche Sicherheitsüberlegungen gehen Hand in Hand

Die ITF ist gegen eine Übertragung der Zuständigkeit für den wirtschaftlichen Ordnungsrahmen in der Luftverkehrswirtschaft auf die Welthandelsorganisation (WTO). Die Auslagerung zuvor von den Fluggesellschaften selbst ausgeführter Tätigkeiten, z. B. Wartungsarbeiten und Bodenverkehrsdienste, auf Drittfirmen birgt das Risiko einer Auflösung der Zuständigkeitshierarchie im Hinblick auf die Sicherheit sowie von Störungen der Kommunikation zwischen den einzelnen Tätigkeitsbereichen in sich, die nur noch durch kommerzielle Verträge reguliert sind. Sobald neue industrielle Strukturen und Organisationsformen entstehen, müssen diese reguliert werden, um die Sicherheit im technischen Bereich ebenso wie generell zu gewährleisten.

Öffentliche Kontrolle über kritische Servicebereiche

Ein immer größerer Teil der Luftverkehrsdienste wird von Privatunternehmen erbracht, die ihren Aktionären gegenüber verantwortlich sind, jedoch im Zweifelsfall auf staatliche Finanzen zurückgreifen können. Bei vielen Anbietern, z. B. Flughäfen und Flugsicherungsdiensten, handelt es sich im Wesentlichen um Monopole, die bevollmächtigt sind, im öffentlichen Interesse tätig zu werden – und diese sollten auch in Zukunft öffentlicher Kontrolle unterstellt sein. Es kann nicht angehen, dass die Aktionäre die Gewinne einstreichen, während die Regierungen als Bürgen die Risiken absichern. Hier muss ein Gleichgewicht gefunden werden, dass der gesellschaftlichen, kulturellen und nationenbildenden Bedeutung der Luftverkehrsinfrastruktur Rechnung trägt.

Schutz und Unterstützung

Seit Gründung der ICAO vor mehr als 50 Jahren basiert die Entwicklung im Luftverkehr auf den Grundsätzen der Souveränität und der Gegenseitigkeit. Diese visionären Prinzipien haben großen ebenso wie kleinen Nationen zu einem gleichberechtigten Anteil am Wachstum des Luftverkehrs verholfen. Sie haben auch dafür gesorgt, dass Billigflaggen, wie wir sie aus der Seeschifffahrt kennen, im Luftverkehr nicht Fuß fassen konnten.

Die ITF ist der Überzeugung, dass allen Nationen, allen voran jedoch den Entwicklungsländern, Unterstützung und Schutz gewährt werden muss, damit sie ihre Luftverkehrsmärkte im Zuge der Modernisierung des Kern ihrer wirtschaftlichen Infrastruktur ausbauen können. Die aktuellen Vorschriften im Hinblick auf Eigentümerschaft und Kontrolle, die den Anteil ausländischen Kapitals an den nationalen Fluggesellschaften einschränken, haben der Wirtschaft gute Dienste erwiesen. Es gibt wenig Anhaltspunkte dafür, dass eine unkontrollierte transnationale Konsolidierung unter den Fluggesellschaften für einen gesünderen Sektor oder bessere Reiseflugdienste sorgen würde.

Partnerschaft für die Zukunft

Auf ihrer letzten großen Konferenz 1994 kam die ICAO überein, dass den Beschäftigten in der Luftverkehrswirtschaft als Teilhaber ein Mitspracherecht bezüglich der Zukunft ihres Sektors zustehe. Dass die Luftverkehrsbeschäftigten Teilhaber an der Wirtschaft sind, daran besteht kein Zweifel. Ihre Teilhaberschaft geht sogar so weit, dass eine ganze Reihe von Fluggesellschaften und Dienstleistungsanbietern den Betrieb nur deswegen noch nicht einstellen mussten, weil die Beschäftigten in dem Sektor große Opfer erbringen, um ihre nationale Fluggesellschaft oder Dienstleistungsanbieter vor den Folgen wirtschaftlichen Missmanagements zu retten.

Diese Opfer werden in Form von Lohnverzicht im Werte von vielen Milliarden US-Dollar, verschlechterten Arbeitsbedingungen und unbezahlter Arbeit erbracht. Luftverkehrsbeschäftigte sind bereit, ihre Wirtschaft langfristig zu stützen. Im Gegenzug erwarten sie, dass die Wirtschaft langfristig für Beschäftigungssicherheit, finanzielle Gegenleistungen und Investitionen sorgt. Sie wollen erreichen, dass in Zukunft der Blick nicht mehr stets zuerst auf die Beschäftigten fällt, wenn es in Zeiten schleppender Geschäfte darum geht, den Gürtel enger zu schnallen, und hoffen auf die Unterstützung der Ordnungsbehörden für diese Bemühungen.


Sparen ist keine Lösung


Geraint Harvey und Peter Turnbull über die Tendenz, das Fluggesellschaftspersonal in Zeiten wirtschaftlicher Rezession als Stoßdämpfer zu benutzen, und die damit verbundenen Gefahren. Mehr>>




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