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محتوى الصفحة: Home > مجلة النقل الدولي "Transport International" > Nr. 1 / Juni 2000 > ITF intensiviert Billigflaggenkampagne
Die ITF weitet ihre Billigflaggenkampagne auf den Kreuzschifffahrtsektor aus. Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren unter der Flagge von Liberia, Panama oder den Bahamas. Die Reeder nutzen die Steuererleichterungen und fehlenden Arbeitnehmerrechte in diesen Ländern voll aus.
Da sich die Besatzungen von Kreuzfahrtschiffen aus Mitgliedern vieler Nationalitäten zusammensetzen, ist die ITF oft der einzige Ansprechpartner, wenn sich die Crew gegen die unvermeidliche Ausbeutung und die Missstände eines Systems wehren will, das nur minimale Heuern zahlt.
Oft müssen Seeleute monatelang sieben Tage in der Woche und 12 Stunden am Tag arbeiten, nur um der Bemannungsagentur die Provision zurückzuzahlen und für den Flug zum Schiff und zurück nach Hause aufzukommen.
Die ITF hat einen Musterkollektivvertrag für Billigflaggen-Kreuzfahrtschiffe erstellt, in dem die Beschäftigungs- und Heuerbedingungen sowie Sozialleistungen geregelt sind und der Besatzung ein monatlicher Mindestlohn garantiert wird. Danach würden ein Konditor und ein Zimmersteward Anspruch auf 587 bzw. 739 US-Dollar monatlich haben. Der Mustervertrag sieht ferner Leistungen im Todesfall oder bei Arbeitsunfähigkeit und Krankheit vor. Außerdem sind Arbeitszeiten und Urlaub geregelt.
Gut ausgebildete ITF-Inspektor/innen werden Kreuzfahrtschiffen einen Besuch abstatten und allen Besatzungsmitgliedern gewerkschaftliche Unterstützung anbieten, etwa wenn sie ihre Heuern nicht ausbezahlt bekommen haben oder ungerechtfertigt entlassen wurden. In manchen Häfen empfiehlt die ITF unter Umständen keine Maßnahmen, in anderen wiederum braucht sie möglicherweise eine gewisse Zeit für Vorbereitungen.
Die ITF bittet die Besatzungen, zunächst einmal die ITF oder einen ITF-Koordinator für die Kreuzschifffahrtkampagne zu konsultieren, bevor sie irgend etwas unternehmen.
Natürlich möchte die ITF, dass das Billigflaggensystem abgeschafft wird. Bis dahin aber bemüht sie sich als Organisation um den Schutz der Rechte und die Wahrung der Interessen von Einzelpersonen, die an Bord von Billigflaggenschiffen arbeiten wollen oder müssen.
Die ITF arbeitet auf eine Kreuzschifffahrt hin, in der Kollektivverträge gelten, grundlegende Menschenrechte Beachtung finden und faire Heuern gezahlt werden. Als Erstes setzt sich die ITF mit den Betreibern von Kreuzfahrtschiffen in Verbindung und fordert sie zum Abschluss von für die ITF annehmbaren Verträgen auf. Weigern sich die Reeder, werden ihre Schiff von den in der ITF organisierten Hafengewerkschaften und der ITF selbst ins Visier genommen werden. Überdies wird die ITF einen Verbraucherboykott gegen nichtorganisierte Schiffe in die Wege leiten.
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Issue 1 June 2000
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