Das ITF-Programm "Unser öffentlicher Verkehr" nimmt weiter Fahrt auf

Gewerkschaften aus 40 Ländern trafen sich am 21. und 22. Februar 2018 zur Bewertung und Stärkung des ITF-Programms "Unser öffentlicher Verkehr" (Our Public Transport – OPT).

"Die Sitzung des Ausschusses für öffentlichen Personennahverkehr bot eine wertvolle Gelegenheit zur Erörterung der Entwicklungen im städtischen Nahverkehr, ihrer Auswirkungen für Beschäftigte und Gewerkschaften, sowie der Antwort der ITF und ihrer Mitgliedsorganisationen," so Noel Coard, der Leiter der ITF-Binnenverkehrssektionen.

 

Aus dem Erfahrungs- und Meinungsaustausch der Delegierten entstanden neue und dynamische Formen der Zusammenarbeit, Solidarität und Entscheidungsfindung. "Die entschlossene und lebendige Stimmung, die im Raum zu spüren war, reflektierte unseren festen Willen, der eigentlichen Bedeutung des öffentlichen Verkehrs für die Mehrheit der Menschen wieder Geltung zu verschaffen und nicht den Profitinteressen privater Unternehmen," erklärte Asbjørn Wahl, der Vorsitzende des ITF-Ausschusses für öffentlichen Personennahverkehr.

  • Die Delegierten bekräftigten die Notwendigkeit, dass das OPT-Programm die verschiedenen Gegebenheiten, Gewerkschaftstypen und Beschäftigtenkategorien im Personennahverkehr – formell, informell, weibliche und junge Beschäftigte bei öffentlichen und privaten Arbeitgebern – berücksichtigen müsse.
  • Sie befürworteten nachdrücklich die Stärkung von Gewerkschaftsnetzwerken bei multinationalen Unternehmen und die praktischen Schritte, die hierfür unternommen werden müssen, und sprachen sich für die Entwicklung einer Politik für die nutzerorientierte Optimierung öffentlicher Verkehrssysteme als Plattform für Kampagnen von ITF-Gewerkschaften aus.
  • Die demokratische Kontrolle durch Beschäftigte und Bürgergruppen im öffentlichen Verkehrssektor war ein zentrales Thema, und die Delegierten diskutierten darüber, wie es in die Forderung nach öffentlichem Eigentum und die Antworten auf neue Technologien und die Zukunft der Arbeit im Personennahverkehr eingebettet werden kann.
  • Im Mittelpunkt der Beratungen stand ferner die Integration von Genderaspekten in das OPT-Programm. Der Beschluss zur Unterstützung der Entwicklung einer Charta für weibliche Beschäftigte im Personennahverkehr wird eine noch tiefergehende Auseinandersetzung mit der Frage der Geschlechtergleichstellung zur Folge haben.
  • Die Nutzung innovativer Kampagnenmethoden wurde angeregt, darunter Datenvisualisierung, um die Erfahrungsberichte und Standpunkte junger Beschäftigter zu erhärten.
  • Darüber hinaus wurde die Durchführung einer Kampagne zu integrierten öffentlichen Verkehrssystemen in einer großen internationalen Stadt vorgeschlagen.

Nach zweitägigen intensiven Beratungen verabschiedeten die Delegierten Entschließungsanträge, in denen sie sich mit dem Kampf thailändischer Bahngewerkschaften gegen Privatisierung solidarisch erklärten und Angriffe auf das Streikrecht in Sydney (Australien) verurteilten.

Alana Dave, die Leiterin des Programms Unser öffentlicher Verkehr, erklärte in ihrem Fazit, dies sei eine inspirierende Sitzung gewesen, die der ITF den klaren Auftrag erteilt habe, das OPT-Programm weiterzuentwickeln. Weitere Gewerkschaften hätten ihr Interesse an einer aktiven Mitwirkung bekundet.

 

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