UN-Forum zu Wirtschaft und Menschenrechten: ITF fordert gute Unternehmenspraxis

Auf dem 7. jährlichen UN-Forum zu Wirtschaft und Menschenrechten vom 26. bis 28. November in Genf (Schweiz) hat die ITF Unternehmen zur Einhaltung guter Praktiken für den Schutz der Rechte all ihrer Arbeitnehmer/innen aufgefordert, auch der Beschäftigten in ihren Lieferketten und anderer Arbeitskräfte, die im Rahmen ihrer Geschäftsbeziehungen indirekt für sie tätig sind.

An die Adresse der Wirtschaftsvertreter/innen - die ein Drittel der insgesamt 2.500 Delegierten von Regierungen, Gewerkschaften, zivilgesellschaftlichen und internationalen Organisationen ausmachten - ging die Mahnung, dass die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften unerlässlich ist.

Der stellvertretende ITF-Generalsekretär Rob Johnston nahm an Podiumsdiskussionen zum Thema Sorgfaltspflicht für Arbeitskräfte und Menschenrechte teil: "Im maritimen Sektor hat die ITF erfolgreich den einzigen vollwertigen globalen Kollektivvertrag mit Reedereivertreter/innen entwickelt."

"Er wird vom globalen Inspektor/innen-Team der ITF überwacht und durchgesetzt und schaffte die Voraussetzungen dafür, dass wir in den letzten zehn Jahren über 313 Millionen Dollar an ausstehenden Heuern eintreiben konnten," so Johnston.

Er nannte Beispiele der Zusammenarbeit zwischen ITF und Arbeitgebern zum Schutz der Rechte von Verkehrsbeschäftigten in aller Welt und zeigte Möglichkeiten auf, wie multinationale Unternehmen gemeinsam mit Gewerkschaften die Erfüllung ihrer Sorgfaltspflicht für Menschenrechte verbessern können.

"Die ITF sucht die Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, die sich der Achtung von Arbeitnehmerrechten ernsthaft verpflichtet sehen, scheut sich aber auch nicht, denen, die dies nicht tun, die Stirn zu bieten. Aus diesem Grund ist die Entwicklung verbindlicher internationaler Regulierungsvorschriften so wichtig," so Johnston weiter.

Er verwies auf die Maßnahmen zur Beseitigung von Arbeitsrechtsverletzungen, u. a. im Zusammenhang mit Zwangsarbeit und Menschenhandel, die die ITF gemeinsam mit Thai Union und Greenpeace in der thailändischen Lieferkette für Meeresprodukte durchführt, und stellte ein aktuelles Projekt bei Unilever vor.

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Edwin Atema von FNV – Stichting VNB (Niederlande) forderte Maßnahmen zur Beendigung der Ausbeutung von Lkw-Fahrer/innen in Europa. Er betonte die Schlüsselrolle der Gewerkschaften bei der Ausmerzung von Problemen am unteren Ende der Lieferkette, indem sie die Akteure am oberen Ende damit konfrontieren und notwendige Veränderungen einfordern.

Anlässlich des 70. Jahrestags der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen unterstützt die ITF einen verbindlichen Vertrag zu Unternehmen und Menschenrechten als notwendiges Mittel zur Beendigung von Missständen in den Lieferketten.  

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