ITF-Gewerkschaften fordern Mitsprachrecht bei der Einführung von BRT

Vertreter/innen eines breiten Spektrums internationaler und regionaler Organisationen, darunter drei ITF-Gewerkschaften, sind in Nairobi (Kenia) zu Beratungen über die Auswirkungen von Schnellbussystemen (Bus Rapid Transit - BRT) auf Verkehrsbeschäftigte zusammengetroffen.

Das Institute for Development Studies, das Kenya Transport Researchers‘ Network, das Global Labour Institute, die Verkehrsbehörde für den Großraum Nairobi, die Weltbank und die EU nahmen an der Veranstaltung am 28. März 2018 teil.

Zur Vertretung der Interessen der Arbeitnehmer/innen waren aktive Gewerkschafter/innen von der Transport and Allied Workers’ Union Kenya (TAWU), der Public Transport Operators’ Union (PUTON), der Matatu Workers’ Union (MWU) und der Central Organisation of Trade Unions of Kenya (COTU) anwesend.
 
In Nairobi befinden sich gerade fünf BRT-Linien mit separaten Trassen in Entwicklung. Im Rahmen ihres Programms Unser öffentlicher Verkehr arbeitet die ITF mit ihren drei Mitgliedsorganisationen im Land zusammen, um dafür zu sorgen, dass sie als zentrale Akteure in die Einführung des BRT-Systems einbezogen werden.
 
BRT-Systeme bieten zwar eine sichere, bezahlbare und umweltfreundliche Verkehrsoption, werfen aber Bedenken hinsichtlich ihrer Auswirkungen für informell Beschäftigte auf, unter anderem durch die Verlagerung oder Beseitigung von Arbeitsplätzen.
 
Ein von der ITF in Auftrag gegebener vorläufiger Bericht des Global Labour Institute beleuchtet die Auswirkungen und Folgen der Einführung des BRT-Systems in Nairobi und zeigt gute Praxisbeispiele für die Einbindung und Beteiligung von Beschäftigten und ihren Gewerkschaften in anderen Ländern auf.
 
"Wir unterstützen die Forderung unserer Gewerkschaften, bei der Einführung des BRT-Systems mit den Entscheidungsträgern am Tisch zu sitzen, insbesondere angesichts der möglichen Auswirkungen auf informell Beschäftigte. Wir tun das im Rahmen des ITF-Programms Unser öffentlicher Verkehr, das auf die Förderung qualitativ hochwertiger öffentlicher Verkehrssysteme abzielt, die menschenwürdige Arbeitsplätze, einen sozialverträglichen Übergang für informell Beschäftigte, starke Gewerkschaftspräsenz und verbesserten Zugang zu bezahlbarer Mobilität gewährleisten" so die stellvertretende ITF-Regionalsekretärin für Afrika Anna Karume.
 
Nicholas Mbugua, der Generalsekretär der kenianischen Gewerkschaft der Lkw-Fahrer/innen und Vertreter der CORU, erklärte, die Verkehrsgewerkschaften seien bereits dabei, Beschäftigte über das Thema aufzuklären, und forderten die Beteiligung an den Entscheidungsverfahren, um dem BRT-System in Nairobi zum Erfolg zu verhelfen.
 
Mehr dazu unter #OurPublicTransport in den sozialen Medien oder auf der  ITF-Webseite.

Kommentare hinzufügen

Alle Kommentare