Informell Beschäftigte im Verkehrssektor organisieren? Mehr dazu in der neuen ITF-Broschüre

Die ITF hat eine neue Broschüre herausgegeben, die den ihr angeschlossenen Gewerkschaften bei der Organisierung informell Beschäftigter im Verkehrssektor helfen soll. Sie stützt sich auf die Erfahrungen ihres dreijährigen Projekts zur Verbesserung der Gewerkschaftskapazitäten für die Organisierung und Vertretung dieser Arbeitnehmer/innen.

Die 45-seitige Broschüre – The power of informal transport workers (Das Potenzial von informellen Verkehrsbeschäftigten) – analysiert den informellen Verkehrssektor und untersucht die Anliegen und Probleme informell Beschäftigter, neue Modelle und Methoden der Organisationsarbeit und die Folgen für die Gewerkschaftsbewegung. Sie enthält:

  • erfolgreiche Fallbeispiele – einschließlich der Organisierung von E-Rickscha-Fahrer/innen in Nepal, Fahrer/innen von Flughafentaxis in Uganda und Taxifahrer/innen in New York (USA);
  •  einen Leitfaden für die Entwicklung einer Organisierungsstrategie;
  • die ITF-Charta für informell Beschäftigte im Verkehrssektor;
  • eine Zusammenfassung der wichtigsten Erfahrungen aus dem Projekt; und
  • Maßnahmen zur Anregung von Diskussionen.

Das gemeinsame Projekt der ITF und des Global Labour Institute (GLI) für informell Beschäftigte im Verkehrssektor lief im Jahr 2013 an und wurde von der niederländischen FNV Mondiaal finanziert. Es basiert auf den praxisbewährten Fähigkeiten und Erfahrungen von Mentor-Gewerkschaften in Asien, Lateinamerika und Afrika. Diese organisierten in ihren Regionen Politikseminare und Fortbildungsworkshops, und unterstützten andere Gewerkschaften bei der Entwicklung von Fähigkeiten und politischen Strategien für den Aufbau von Organisationen für informell Beschäftigte.

Die Mentor-Gewerkschaften griffen den Strategieansatz der ITF für die Organisationsarbeit zur Entwicklung neuer Organisierungsmethoden auf – Kartierung informeller Verkehrsdrehkreuze, Aufbau von Bündnissen mit informellen Vereinigungen, Untersuchung von Beschäftigungsbeziehungen und Unterstützung von Kollektivverhandlungen mit Arbeitgebern, Regierungen und Verkehrsbehörden.

Die ITF-Bildungsbeauftragte und Leiterin des ITF-Programms Unser öffentlicher Verkehr Alana Dave erklärte: "Die Organisierung informell Beschäftigter ist eine große Herausforderung, und ich hoffe, dass diese neue Broschüre die Gewerkschaften in dieser Hinsicht inspiriert und motiviert."

"Im öffentlichen Personennahverkehr verdienen Millionen von informell Beschäftigten ihren Lebensunterhalt mit der Bereitstellung von Transportdiensten. In vielen Städten ist ein Großteil des öffentlichen Verkehrssektors informell. Die Organisierung informell Beschäftigter zur Durchsetzung von Beschäftigungs- und Organisationsrechten wird den gewerkschaftlichen Einfluss bei innerstädtischen öffentlichen Verkehrssystemen stärken."

Die Broschüre ist auf Englisch, Französisch und Spanisch erhältlich.

Hier das Begleitvideo zur Broschüre.

Weitere Informationen über das ITF-Projekt für informell Beschäftigte.

Ein unabhängiger Bericht lobte den Einsatz von Mentor-Gewerkschaften im Rahmen des Projekts – mehr dazu hier.

Die Broschüre ist auch ein Beitrag zum ITF-Programm Unser öffentlicher Verkehrmehr dazu hier.

 

Kommentare hinzufügen

Alle Kommentare