Gewerkschaftsstrategien für Automatisierung und Digitalisierung im globalen Lieferdienstsektor

Vertreter/innen von Gewerkschaften, Unternehmen und internationalen Organisationen aus 25 Ländern setzten sich Ende November auf einer gemeinsamen Arbeitstagung mit den Herausforderungen der Automatisierung und Digitalisierung in globalen Lieferketten auseinander.

Über 70 Teilnehmer/innen kamen am 21. und 22. November 2017 zur Sitzung des ITF/UNI-Netzwerks Globale Lieferdienste in Nyon (Schweiz) zusammen.

Es wurden Arbeitsgruppen zu den multinationalen Logistikunternehmen DHL, Toll/Japan Post, TNT/FedEx, UPS und Geopost gebildet. Die Teilnehmer/innen berieten über Strategien für den Umgang mit Unternehmensfusionen, tauschten bewährte Organisierungsmethoden aus und untersuchten Globale Rahmenvereinbarungen (GRV) als Weg zu Gewerkschaftswachstum.

Der leitende Sektionsassistent der ITF-Binnenverkehrssektionen Deniz Akdogan erklärte in einem Vortrag: "Durch die Herausbildung des globalen Logistiksektors sind Verkehrsbeschäftigte innerhalb der globalisierten Wirtschaft in eine strategische Position gerückt. Koordination auf internationaler Ebene kann die Voraussetzungen dafür schaffen, an wichtigen Hebelpunkten entlang strategischer globaler Lieferketten Gewerkschaftsaktionen durchzuführen."

"Die Arbeit, die wir bei DHL geleistet haben, ist ein gutes Beispiel für diese gemeinsame Vorgehensweise. UNI und ITF knüpfen in ihrer Zusammenarbeit an dieses Modell an, um Lösungen für das Engagement bei weiteren führenden Branchenakteuren im Post-, Logistik- und Verkehrssektor zu finden."

Das wegweisende Protokoll zwischen DHL, ITF und UNI wurde bis Dezember 2019 verlängert. Es soll in allen Ländern, in denen DHL tätig ist, umgesetzt werden und die jeweiligen Geschäftsleitungen anweisen, die Beschäftigten über ihre Grundrechte, Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen aufzuklären.

Der Leiter der ITF-Binnenverkehrssektionen Noel Coard erklärte in seinen Ausführungen, dass die Arbeit bei DHL für die ITF ein Schwerpunkt sei und Fortschritte erzielt worden seien, was die Einhaltung des Protokolls durch DHL betreffe. Es sei eine spannende Herausforderung, das Unternehmen dazu zu bringen, nicht nur den Wortlaut des Protokolls einzuhalten, sondern sich auch die darin enthaltenen ethischen Grundsätze zu eigen zu machen.

 

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