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300 Hafenbeschäftigte demonstrierten in Jakarta (Indonesien)

Indonesische ITF-Gewerkschaft leistet Widerstand gegen die Profitgier eines multinationalen Hafenunternehmens auf Kosten des Staates

Der multinationale Hafenbetreiber Hutchison ist in dieser Woche mit einer Kundgebung indonesischer Beschäftigter gegen das globale Unternehmen noch stärker in den Fokus der ITF gerückt.

300 Mitglieder der ITF-Gewerkschaft im Jakarta International Container Terminal (JICT) sind am Mittwoch in Aktion getreten, um gegen die Ausweitung der Geschäftstätigkeit von Hutchison im Terminal zu protestieren.

Seit einer vertraglichen Vereinbarung im Jahr 2015 ist Hutchison verpflichtet, für die Erweiterung seiner Operationen in Jakarta eine jährliche Pacht von 85 Mio. US-Dollar an den staatlichen Betreiber zu entrichten. Falls diese Verpflichtung nicht erfüllt wird, muss Anlagedokumenten zufolge allerdings JICT für diese Pacht aufkommen. So kann Hutchison Extragewinne einsacken, während die Kosten womöglich auf die Beschäftigten abgewälzt werden.

Dazu der ITF-Präsident und Vorsitzende der ITF-Sektion Häfen Paddy Crumlin: "Diese Vereinbarung geht nach unserer Sicht der Dinge voll und ganz zu Lasten der Beschäftigten und korrekte Investitionen in die Wirtschaft Indonesiens."

"Die Beschäftigten haben in dieser Woche vor dem Firmensitz von Hutchison in Jakarta die klare und deutliche Botschaft ausgesandt, dass sie ihre Rechte nicht auf solche Weise zugunsten eines multinationalen Unternehmens opfern wollen. Wenn der staatliche Betreiber für Kosten aufkommen muss, die eigentlich ein privates Unternehmen zu zahlen hat, kann das Folgen für Investitionen in Gesundheit und Sicherheit sowie die Löhne der Beschäftigten im Hafen haben."

"Die Gewerkschaft hat, genau wie wir, nichts gegen ausländische Investitionen. In diesem Fall wäre es ihr jedoch lieber, dass der Hafen unabhängig geführt würde und zwar auf der Grundlage von Zusammenarbeit und gemeinsamem Interesse sowie Wertschätzung für ihren Beitrag."

"Wir werden die Gewerkschaft im JICT weiter dabei unterstützen, die Wahrheit über diesen Schundvertrag offenzulegen und letzten Endes ihre Aufhebung zu erwirken."

Die ITF setzt sich für die Anhebung von Arbeitsschutznormen, menschenwürdige Bezahlung und die Überwindung von Gewerkschaftsfeindlichkeit bei globalen multinationalen Unternehmen ein, ganz gleich an welchem Standort.

 

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