Gewerkschaften fordern echte Arbeitsplätze in Schiphol

Echte Arbeitsplätze im Flughafen Schiphol – das forderte Sicherheits-, Gepäckumschlags-, Boden- und Kabinenpersonal in den Niederlanden am 5. April gemeinsam mit ihrer Gewerkschaft FNV.

Für die Luftverkehrsbeschäftigten bedeuten echte Arbeitsplätze mehr Sicherheit und langfristige Verträge. Wer eine ordentliche Anstellung hat, weiß genau, wie viele Stunden er arbeiten muss und wie viel er dafür bezahlt bekommt. Leider wird die Arbeitsplatzsituation für die Arbeitnehmer/innen im Sektor immer unsicherer. Die Gewerkschaften wollen dem ein Ende bereiten.

Die Gewerkschaft FNV möchte, dass Schiphol künftig nur noch Unternehmen und Fluggesellschaften zulässt, die mindestens 80 Prozent ihres Personal auf der Basis unbefristeter Arbeitsverträge beschäftigen, sich an tarifvertragliche Regeln halten und finanziell auf festen Füßen stehen. Schiphol dagegen bestreitet, die Beschäftigtenpolitik der Unternehmen beeinflussen zu können, und lehnt jede Verantwortung ab. FNV hat Schiphol nun aufgefordert, bis 5. Mai den Forderungen der Gewerkschaft zu entsprechen.

FNV-Schiphol-Projektleiter Leen van der List erklärte: “Wir fordern von Schiphol, eine Liste von Mindestnormen für sowohl neu hinzugekommene als auch bereits im Flughafen aktive Unternehmen zu erstellen. Diese Liste muss auch Vorgaben zur Arbeitsplatzsicherheit enthalten, Weiterbildungsmaßnahmen erleichtern und dazu beitragen, dass sich der Arbeitsdruck für die Beschäftigten verringert.

Außerdem fordern wir Schiphol auf, keine Zulassungen mehr an kaum profitable Fluggesellschaften und Service-Provider zu vergeben. Denn wenn die Unternehmen weiter Kosten senken und gleichzeitig eine höhere Produktivität verlangen, zahlen die Beschäftigten mit ihren Arbeitsbedingungen den Preis dafür.

Wir verlangen nichts, was in den Niederlanden nicht schon gängige Praxis ist. Um gleiche Bedingungen für alle zu schaffen, muss Schiphol von den Unternehmen fordern, dass sie sich an die IAO-Übereinkommen und geltendes niederländisches Arbeits-, Sozialversicherungs- und Steuerrecht halten. Die entscheidende Frage ist, ob Schiphol den Unternehmen Lizenzierungsbedingungen auferlegen will."
 
Erin van der Maas leitet das Flughafenorganisierungsprojekt der ITF. Im Rahmen dieser Initiative setzt sich die ITF für echte, sichere Arbeitsplätze bei echten Arbeitgebern ein. Van der Maas erklärte weiter, dass die Zivilluftfahrtbeschäftigten in den Niederlanden und in aller Welt derzeit gegen die Auswirkungen der Deregulierung von Flughafen vorgingen. Das Trade in Services Agreement (TiSA) führe zu mehr Arbeitsplatzunsicherheit, schlechteren Arbeitsbedingungen, sinkenden Löhnen, größeren Gesundheitsrisiken, mehr gewerkschaftsfeindlichen Praktiken und sinkender Servicequalität. Die Fluggesellschaften, so van der Maas, müssten für Arbeitsbedingungen und -normen in ihren Versorgungsketten und die Flughafenbetreiber für die Arbeitspraktiken in ihren Airports zur Verantwortung gezogen werden.

Das Flughafenorganisierungsprojekt der ITF wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Gewerkschaften in ihrem Vorgehen gegen die derzeitige Entwicklung zu unterstützen. Airports United vereint Gepäckumschlags-, Wartungs-, Eincheck-, Reinigungs-, Sicherheits- und anderes Personal in Flughafen in seinem Bemühen um verbesserte Bedingungen, Anerkennung und mehr Lohngerechtigkeit im Sektor.

Unterstützt die Schiphol-Beschäftigten in den sozialen Medien unter #echtebanen.

Im Juni 2016 konnte Sicherheits- und anderes Bodenpersonal in Schiphol zwei wichtige Erfolge im Kampf für bessere Bedingungen und Sicherheit verzeichnen. Mehr unter

Bekundet auf Twitter und Facebook unter #airportworkers eure Unterstützung für Airports United.

Mehr über die Einwände der Gewerkschaften gegen TiSA unter

Kommentare hinzufügen

Alle Kommentare