Gewerkschaften fordern Regierungen zur Unterstützung eines IAO-Übereinkommens zu Gewalt am Arbeitsplatz auf

Im Rahmen ihrer Vorbereitungen zum Internationalen Frauentag am 8. März appellieren ITF-Gewerkschaften an ihre Regierungen und Arbeitgeberverbände, auf ein IAO-Übereinkommen zur Beseitigung geschlechtsspezifischer Gewalt am Arbeitsplatz zu drängen.

Sie unterstützen damit die Kampagne des Internationalen Gewerkschaftsbunds (IGB), den Verwaltungsrat der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) dazu zu bewegen, auf seiner Sitzung vom 12. bis 27.  März 2015 eine internationale Arbeitsnorm zu Gewalt gegen Frauen und Männer am Arbeitsplatz zu verabschieden. Auf der letzten Sitzung des Verwaltungsrats im November 2014 war diese Entscheidung vertagt worden. Deshalb wollen die Gewerkschaften sicherstellen, dass dieser elementar wichtige Vorschlag diesmal ganz oben auf der Tagesordnung steht.
 
Geschlechtsspezifische Gewalt stellt eine Menschenrechtsverletzung dar, die sexuelle Gewalt, physischen, verbalen und psychischen Missbrauch und Einschüchterung umfassen kann. Aktuell konzentrieren sich die meisten Länder auf die Strafbarkeit der Täter, die eine höhere Beweislast erfordert als bei sexueller Belästigung, und lässt die Frage der Arbeitsbeziehungen außer Betracht.
 
Die ITF-Koordinatorin für Frauenfragen Alison McGarry erklärte in einer Stellungnahme: "Diese Norm würde enorm viel bewirken, und ich appelliere dringend an all unsere Mitgliedsorganisationen, den Druck für ihre Umsetzung zu erhöhen. Bitte macht euch also bei euren Regierungen und Arbeitgebern für das Übereinkommen stark."
 
"Zwischen 40 und 50 Prozent aller Frauen erleben unerwünschte sexuelle Annäherungsversuche, körperlichen Kontakt oder andere Formen sexueller Belästigung. Das Übereinkommen würde solche Risiken einschränken und die wirtschaftliche Unabhängigkeit sowie die berufliche Produktivität von Frauen erhöhen. Es würde ferner zu mehr Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz beitragen, Arbeitgeber-/Arbeitnehmerbeziehungen verbessern und eine Betriebskultur schaffen, in der geschlechtsspezifische Gewalt nicht toleriert wird."
 
In den Vereinigten Staaten hat die der ITF angeschlossene Teamsters-Gewerkschaft gemeinsam mit mehreren Gruppen ein Schreiben an Wirtschaftsvertreter/innen bei der IAO geschickt und sie dringend um die Befürwortung des Übereinkommens gebeten.
 
Die Mitgliedsorganisationen der ITF planen zum Internationalen Frauentag eine Reihe von Veranstaltungen, u. a. Solidaritätskundgebungen für die Spitzengewerkschafterin Jimena López, die im Oktober 2014 von der Fluggesellschaft LAN Ecuador von ihrem Job als Flugbegleiterin entlassen worden war.
 
Unter 8march2015.org findet ihr alle notwendigen Informationen und Materialien, um diesen Internationalen Frauentag zum Erfolg zu machen. Verbreitet die Informationen über eure eigenen Netzwerke und Kanäle und berichtet der ITF über eure Veranstaltungen.

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