Erfolg gegen Ryanair vor einem norwegischen Gericht

Am Mittwoch, den 21. August 2013, erzielte eine ehemals bei Ryanair beschäftigte Flugbegleiterin in einem Prozess gegen die Billigfluggesellschaft einen Erfolg vor einem norwegischen Gericht.

In dem Rechtsstreit, der von der der ITF angeschlossenen Gewerkschaft PARAT unterstützt wurde, ging es um die Entscheidung, in welchem Land Allesandra Cocca gegen Ryanair vor Gericht ziehen könne.
 
Cocca, deren Einsatzbasis die norwegische Niederlassung von Ryanair war, vertrat den Standpunkt, dass ihre Klage gegen die Fluggesellschaft vor einem norwegischen Gericht verhandelt werden solle. Die in Irland eingetragene Billigfluggesellschaft wollte den Fall hingegen vor ein irisches Gericht bringen. Bislang umging Ryanair die strikten Arbeitsgesetze in einigen europäischen Ländern mit der Begründung, dass die Besatzungsmitglieder seiner Flugzeuge in Irland tätig seien und daher den weniger strengen irischen Arbeitsgesetzen unterlägen.
 
Das Gerichtsurteil, dass Cocca in Norwegen, und nicht in Irland, beschäftigt sei, ist für die Luftverkehrsbranche angesichts der Bedrohung durch "Billigflaggen" von großer Tragweite. Fluggesellschaften versuchen zunehmend, Kosten einzusparen, indem sie ihre Geschäftstätigkeit auf Länder verlagern, wo die Kosten geringer und die Arbeitsnormen weniger streng sind als in ihrem Stammland. Das führt zur stetigen Verschlechterung der globalen Mindestnormen und kann die Sicherheit des weltweiten Luftverkehrs für Beschäftigte und Passagiere gefährden.
 
PARAT bezeichnete das Gerichtsurteil als "großartigen Erfolg und Beginn des fairen Wettbewerbs in der europäischen Luftverkehrsbranche". Elisabeth Goffeng von der der ITF angeschlossenen norwegischen Kabinenpersonalgewerkschaft erklärte: "Das ist ein wichtiger erster Schritt hin zum Schutz der Rechte und Bedingungen der mobilen Arbeitnehmer/innen im Luftverkehr. In diesem Fall gibt es jedoch möglicherweise noch Turbulenzen zu überwinden. Noch ist nicht geklärt, ob das norwegische Arbeitsrecht oder entsprechende EU-Gesetze zur Anwendung kommen."

"Es ist zudem erfreulich, dass die beiden großen norwegischen Gewerkschaften LO und PARAT in diesem Rechtsfall zusammenarbeiten," so Goffeng weiter. "Einheit macht uns in jeder Hinsicht stärker und zahlt sich für all unsere Mitglieder aus."

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