Eike Eulen

(12. Oktober 1936 - 22. Dezember 2015)

Mit großer Trauer nimmt die ITF den Tod ihres früheren Präsidenten Eike Eulen zur Kenntnis. Er verstarb nach langer Krankheit in Wedel (Deutschland).

Der 1936 geborene Eulen fuhr bereits in jungen Jahren zur See. Von 1956 bis 1968 arbeitete er sich vom Decksjungen und später Vollmatrosen bis zum Ersten Offizier empor. Als Mitglied der damaligen Gewerkschaft ÖTV (die sich im Jahre 2001 mit vier weiteren Organisationen zu ver.di zusammenschloss) wurde Eulen 1968 zum Gewerkschaftssekretär der ÖTV-Bezirksverwaltung Hamburg mit Zuständigkeit für Fischereiwirtschaft und Schifffahrt ernannt. Darüber hinaus war er an der Leitung der ÖTV-Schifffahrtsschule in Hamburg beteiligt. In den Jahren 1984 und 1988 wurde Eulen in den geschäftsführenden Hauptvorstand der ÖTV gewählt. Ferner war er in der bundesdeutschen Hafenstaatkontrolle aktiv – einem Gremium, dessen Vorstand er später leitete. Außerdem war Eulen Mitglied des Wirtschafts- und Sozialausschusses der Europäischen Union und fungierte dort u. a. als Vorsitzender der Gruppe Verkehr.

Im Jahr 1984 wurde Eulen in den ITF-Vorstand und 1990 zum ITF-Vizepräsidenten gewählt; auf dem ITF-Kongress 1994 in Genf (Schweiz) wurde er schließlich Präsident der Föderation. In dieser Funktion leitete er nur einen ITF-Kongress – 1998 in Neu-Delhi (Indien) – jedoch fiel in Eulens Präsidentschaft mit der Ära "Solidarität mobilisieren" eine bedeutende Phase der Weiterentwicklung und des Wachstums der ITF. So wurden beispielsweise die regionalen Aktivitäten der ITF ausgebaut und die ITF-Strukturen im Hinblick auf Frauenarbeit etabliert sowie die kampagnenorientierte Arbeitsweise der ITF auf den Weg gebracht.

Eulen war stets von seinem unerschütterlichen Streben nach Gewerkschaftseinheit und Internationalismus geprägt – zusätzlich zu seinem teilnahmsvollen Wesen, schelmischen Sinn für Humor und Faible für Seemannslieder – einem Talent, das er auf dem ITF-Kongress 1998 zur Überbrückung der Wartezeit auf den Vorstand nach dessen Wahlberatungen zum Einsatz brachte.

Nach dem Ausscheiden aus dem Amt des ITF-Präsidenten im Jahr 1998 und nach dem Erhalt seiner Goldenen ITF-Nadel verblieb Eulen ein leidenschaftlicher Unterstützer der ITF-Tätigkeit. So leistete er zum Beispiel durch die Sammlung von Unterschriften mit Amnesty International in Deutschland einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der "Free Osanloo"-Kampagne Mitte der 2000er Jahre.

"Eike war ein überzeugter Demokrat und internationaler Aktivist. Sein unerschütterlicher Glaube an die Kraft der globalen Gewerkschaftsbewegung, Frieden und Gerechtigkeit herbeizuführen, war und ist eine Inspiration für uns alle," erklärte ITF-Generalsekretär Stephen Cotton. "Wir haben einen engen Freund verloren."

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