Biografien von ITF-Führungskräften und -Vorsitzenden

Nachfolgend sind die Biografien von ITF-Führungskräften und -Vorsitzenden nachzulesen.

Stephen Cotton, ITF-Generalsekretär

Stephen Cotton

Stephen Cotton ist der Generalsekretär der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) – einem globalen Verband von 700 Gewerkschaften, der 16 Millionen Beschäftigte in den Sektoren See- und Binnenschifffahrt, Häfen, Fischereiwirtschaft, Straßentransport, Eisenbahn, Luftverkehr und Fremdenverkehrsdienste in 150 Ländern vertritt. Er wurde im Jahr 2014 auf dem 43. ITF-Kongress in Sofia (Bulgarien) in dieses Amt gewählt.

Cotton kam im Jahr 1993 als Leiter der Untergruppe Verträge im Bereich der maritimen Industrien zur ITF. Später stieg er zum stellvertretenden Sekretär, dann zum Sekretär der Sonderabteilung der Seeleute (SSD) auf, wurde anschließend zum Koordinator für die maritimen Industrien ernannt, bevor er im Oktober 2012 zum geschäftsführenden Generalsekretär berufen wurde.

Unter Cottons Leitung wurden in der ITF-Abteilung Maritime Industrien bedeutende Erfolge erzielt, die positive Auswirkungen auf den maritimen Sektor hatten und die Lebensbedingungen von Seeleuten verbesserten. Während seiner Amtszeit wurde das ITF-Inspektorat von 35 auf 147 Inspektor/innen und Kontaktpersonen erweitert, und die Zahl der Schiffe, die einem ITF-Kollektivvertrag unterstehen, stieg von weniger als 2.000 auf über 12.000. Cotton beaufsichtigte wichtige politische Veränderungen im Bereich der Billigflaggenkampagne und leitete die Einführung des politischen Strategiepapiers "Von Oslo nach Delhi" und der Politik von Mexico City. Damit wurde der Grundstein für die bahnbrechende Unterzeichnung des Seearbeitsübereinkommens der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) im Jahr 2006 gelegt, das einen Katalog völkerrechtlich durchsetzbarer internationaler Mindestnormen festschreibt.

Seit dem Beginn seiner Laufbahn bei der ITF arbeitet Cotton darauf hin, die Effizienz der ITF durch Konzentration auf die Stärkung der ITF-Mitgliedsorganisationen und die Straffung der Sekretariatsabläufe zu steigern, um spürbare Verbesserungen in der Lebensqualität von Verkehrsbeschäftigten herbeizuführen und Einfluss auf führende Akteure in der Verkehrsbranche zu nehmen. Unter Cottons Leitung als Generalsekretär hat sich die ITF zu einer proaktiven, kampagnenorientierten Organisation entwickelt, die ihr und den ihr angeschlossenen Gewerkschaften die Voraussetzungen bietet, wegweisende Verträge und Protokolle mit wichtigen multinationalen Verkehrsunternehmen, sei es in der Zivilluftfahrt, im Straßentransport oder in den maritimen Industrien, durchzusetzen.

In Anerkennung seiner Verdienste um das Wohlergehen und die faire Behandlung von Seeleuten in aller Welt wurde Cotton im Jahr 2014 vom United Seamen's Service (USS) mit dem renommiertesten Titel des maritimen Sektors "Admiral of the Ocean Sea" (AOTOS) ausgezeichnet.

Cotton ist Treuhänder der ITF-Wohltätigkeitsstiftung für Seeleute (ITF Seafarers' Trust) und der Internationalen Stiftung für die Ausbildung in Schifffahrtsberufen (IMTT) und arbeitet im Vorstand des United Seamen’s Service mit.


Paddy Crumlin, ITF-Präsident

Paddy Crumlin

Paddy Crumlin ist seit dem Jahr 2000 nationaler Sekretär der Maritime Union of Australia (MUA) und wurde im Jahr 2010 zum Präsidenten der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) ernannt. Paddy sitzt im Vorstand des australischen Gewerkschaftsdachverbands ACTU, ist Vorstandsmitglied der Internationalen Transportarbeiter-Föderation, Delegierter bei der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) und Treuhänder der ITF-Wohltätigkeitsstiftung für Seeleute (ITF Seafarers' Trust).

Er verfügt über einen breiten Erfahrungsschatz in den Bereichen Hafenverwaltung, Schleppschifffahrt, Seeverkehr, Kohlenwasserstoffindustrie, Tauchen, Kreuzschifffahrt und Stauerei, sowohl in Australien als auch international. Als Vorsitzender von Maritime Super Pty Limited hat er ein wachsames Auge auf die Rentenfonds der MUA-Mitglieder und übernahm im Jahr 2015 den stellvertretenden Vorsitz des Ausschusses Arbeitnehmerkapital.

Neben seiner globalen Tätigkeit bei der ITF vertritt Paddy seit über 15 Jahren in leitender Position Seeleute aus aller Welt bei der Internationalen Arbeitsorganisation in Fragen, die Seeverkehrsübereinkommen betreffen. In dieser Zeit spielte Paddy eine zentrale Rolle bei der Einführung und Ratifizierung des Seearbeitsübereinkommens im Jahr 2006, das weithin als "Grundrechtecharta der Seeleute" bekannt ist, da es Mindestnormen für die Arbeits- und Lebensbedingungen aller Seeleute rund um den Globus festlegt.

Er war maßgeblich an der Einrichtung des Internationalen Verhandlungsforums (IBF) beteiligt, in dessen Rahmen die ITF alle zwei Jahre mit internationalen Arbeitgebern aus dem maritimen Sektor, der so genannten Gemeinsamen Verhandlungsgruppe (JNG), zusammentrifft. Aus diesen Treffen geht ein Rahmenvertrag hervor, der von ITF-Gewerkschaften als Vorschlag in lokale Verhandlungen mit Unternehmen in ihren eigenen Ländern eingebracht wird.


David Heindel, Vorsitzender der ITF-Seeleutesektion

Dave Heindel

David Heindel ist seit Februar 1997 Finanzbeauftragter der US-amerikanischen Seafarers International Union (SIU); Atlantic, Gulf, Lakes and Inland Waters District/National Maritime Union.

Im August 2002 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden der Seeleutesektion der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) gewählt. Seitdem engagiert er sich extensiv – sowohl innerhalb der USA als auch als Mitglied US-amerikanischer Delegationen bei internationalen Foren – beim US-Ministerium für innere Sicherheit, der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) und der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) für Fragen der Schiffs- und Hafensicherheit sowie das internationale Projekt für die Einführung neuer Ausweise für Seeleute. Er setzte sich für den Schutz der Rechte von Seeleuten unter dem Internationalen Code für die Sicherheit von Schiffen und Hafenanlagen vor Gewalttaten (ISPS-Code) ein, der im Juli 2004 in Kraft trat, und fungiert weiter als Leiter der ITF-Delegation im Internationalen Verhandlungsforum (IBF), das für Zehntausende Seeleute weltweit neue Verträge hervorbringt.

Auf dem ITF-Kongress im August 2006 wurde er für vier Jahre zum 1. stellvertretenden Vorsitzenden der Seeleutesektion gewählt. Auf dem ITF-Kongress im August 2010 wurde er zum Vorsitzenden der ITF-Seeleutesektion gewählt, der zweite US-Amerikaner, der jemals diese Position innehatte. Auf dem ITF-Kongress im August 2014 wurde er im Amt bestätigt.

Heindels Laufbahn bei der SIU begann im Jahr 1973, als er das Berufseinsteigerprogramm für Seeleute an der gewerkschaftseigenen Ausbildungseinrichtung in Piney Point, Maryland, absolvierte. Er war hauptsächlich auf Hochseeschiffen im Maschinenraum im Einsatz, bis er im Jahr 1980 eine landseitige Tätigkeit als Sicherheitskraft in seiner Heimatstadt New Orleans aufnahm. Bei der SIU war er u. a. als Wachmann in den SIU-Gebäuden in Philadelphia und Baltimore, als Hafenagent in Philadelphia sowie als stellvertretender Vizepräsident der SIU-Geschäftsstelle für die Golfküstenregion tätig.

Im Jahr 2015 wurde er in den beratenden US-Gewerkschaftsausschuss für Handelsverhandlungen und Handelspolitik (Labour Advisory Committee for Trade Negotiations and Trade Policy) berufen.


Øystein Aslaksen, Vorsitzender der ITF-Sektion Eisenbahn

Øystein Aslaksen

Øystein Aslaksen ist der internationale Sekretär der norwegischen Lokführergewerkschaft Norsk Lokomotivmannsforbund. Vorher war Øystein stellvertretender Vorsitzender und anschließend, von 1990 bis 2010, Vorsitzender der Sektion. Auf der ITF-Konferenz in Durban (Südafrika) im Jahr 2003 wurde Øystein zum Vorsitzenden der ITF-Sektion Eisenbahn gewählt und ist kraft dieses Amtes Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses und des Vorstands der ITF.

In seiner Funktion als Sektionsvorsitzender befasst sich Øystein vor allem mit den Auswirkungen von Privatisierung. Der Kampf gegen Privatisierung und Liberalisierung ist ein Schwerpunkt der Sektionsarbeit. Bei der ersten Privatisierung in Norwegen war Øystein innerhalb seiner Gewerkschaft maßgeblich am Abschluss von Kollektivverträgen mit privaten Unternehmen beteiligt und sorgte mit dafür, dass der gewerkschaftliche Organisationsgrad bei 100 Prozent gehalten wurde.

Auf europäischer Ebene setzte er sich mit Fragen des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs und der Verhinderung von Sozialdumping im Bahnsektor auseinander. Øystein gehört ferner der Lenkungsgruppe für das Programm Unser öffentlicher Verkehr an, ein Schwerpunktprojekt der ITF, das durch den Aufbau der gewerkschaftlichen Mitgliederbasis ein alternatives öffentliches Verkehrsmodell durchsetzen will, basierend auf öffentlichem Eigentum, öffentlichen Investitionen, sicheren Arbeitsplätzen und Gewerkschaftsrechten für die Beschäftigten, "grüne Arbeitsplätze" sowie Organisationsrechten für in schlagkräftigen Gewerkschaften organisierte Arbeitnehmer/innen.

Gewerkschaftliches Engagement gehört in Øysteins Familie zur Tradition, schon sein Vater, der bei der Eisenbahn arbeitete, war Gewerkschaftsmitglied. Nach Abschluss des Gymnasiums im Alter von 18 Jahren trat Øystein als aktives Mitglied in die Gewerkschaft ein.

Neben seinem Engagement für die globale Gewerkschaftsbewegung ist Øystein auch Vorsitzender der ETF-Beratungsgruppe für Lokführer/innen. Seit dem Jahr 1977 bis heute ist er als Lokführer beim norwegischen Schienengüterunternehmen tätig.


Ekaterina Yordanova, ITF-Ko-Vizepräsidentin (Frauenvertretung)

Ekaterina

Ekaterina Yordanova ist Präsidentin der Föderation der Verkehrsgewerkschaften in Bulgarien und Ko-Vizepräsidentin (Frauenvertretung) der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF). Sie teilt sich den Sitz mit Brigitta Paas, ITF-Vorstandsmitglied und internationale Koordinatorin beim FNV (Niederlande).

Ekaterina Yordanova ist ferner Vizepräsidentin von ITF und ETF, Vizepräsidentin des Frauenausschusses des Europäischen Gewerkschaftsbunds (EGB) und Vorstandsmitglied der Föderation Unabhängiger Gewerkschaften in Bulgarien. Außerdem führt sie den Vorsitz in den ständigen Ausschüssen für Verkehr und Tourismus und sitzt zum dritten Mal in Folge als Ratsmitglied im Stadtrat von Sofia.

Sie begann ihre berufliche Laufbahn als Flugbegleiterin bei Balkan Airlines und wurde später Ausbilderin für Kabinenpersonal. Als Präsidentin der Föderation der Verkehrsgewerkschaften in Bulgarien setzte sie sich im Jahr 2002 an die Spitze von Protesten gegen das Management der privatisierten staatlichen Fluggesellschaft. Als das Unternehmen Konkurs anmeldete, führte sie Aktionen zivilen Ungehorsams an, um die Gründung einer neuen Fluggesellschaft zu fordern. Mit Erfolg: Die Regierung akzeptierte die Bedingungen der Protestierenden und gründete unter Erhaltung aller Arbeitsplätze eine neue Fluggesellschaft, die zu hundert Prozent in staatlichem Besitz ist.

In Bulgarien kennt man Ekaterina Yordanova aufgrund ihres Engagements für den Erhalt und den Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie ihrer Rolle bei der Rettung von Tramcar – der Straßenbahnfabrik von Sofia – sowie weiterer öffentlicher Nahverkehrsbetriebe in Sofia, Varna und Gabrovo. Gemeinsam mit führenden Mitgliedern weiterer bulgarischer Verkehrsgewerkschaften sicherte sie das Überleben der nationalen Eisenbahngesellschaft BDZ.


Tony Sheldon, Vorsitzender der ITF-Sektion Straßentransport

Tony Sheldon

Tony Sheldon ist nationaler Sekretär der Transport Workers' Union (TWU) in Australien. In dieser Funktion leitete er die viel gepriesene TWU-Kampagne für sichere Frachtsätze ("Safe Rates"), wo sein Verhandlungsgeschick und seine Führungskompetenz dazu beitrugen, gesellschaftliche und politische Unterstützung für den im Jahr 2012 verabschiedeten "Road Safety Remuneration Act" zu sichern, ein wegweisendes Gesetz, das auf die Verbesserung der Sicherheit und Beschäftigungsbedingungen im Straßentransportsektor abzielt. Unter seiner Federführung führte die TWU Kampagnen zur Sicherung der Zukunft des australischen Luftverkehrssektors.

Im Jahr 2014 wurde Tony zum Vorsitzenden der Sektion Straßentransport der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF) gewählt. In dieser Funktion setzt sich Tony weiter für den Aufbau einer sicheren und fairen Verkehrswirtschaft ein, in der Arbeitnehmer/innen über kollektiven Einfluss verfügen und ihn geleitet von klaren, festen Grundsätzen geltend machen.

Im Oktober 2015 leitete Tony erfolgreich eine Delegation zur Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Arbeit, der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO), um dort Unterstützung für einen auf dem australischen "Safe-Rates"-Modell basierenden Plan einzuwerben, der ungerechte und unsichere Frachtsätze als Grundursache für die hohe Zahl von Todesopfern in der Lkw-Branche bekämpft.

Geboren in Caringbah, Sydney, besuchte Tony das De La Salle College (Cronulla, Neusüdwales) und ist stolzer Vater von Liam und Lily. Er schloss ein Aufbaustudium für Arbeitsrecht an der Universität Neusüdwales ab und ist Absolvent des Gewerkschaftsprogramms der Harvard Universität. Er arbeitete als Reinigungskraft, Barkeeper und Müllmann. Seine professionelle Gewerkschaftslaufbahn begann im Jahr 1988. Der TWU trat er in den 1990er Jahren bei. Von 1999 bis 2008 leitete er die TWU-Geschäftsstelle Neusüdwales und ist seit dem Jahr 2006 nationaler Sekretär der TWU.

Tony ist Vizepräsident des Gewerkschaftsdachverbancds Australian Council of Trade Unions (ACTU), Mitglied des Verwaltungsausschusses der Australian Labor Party (Bezirk Neusüdwales), Vorstandsmitglied von TWU Super und ehemaliger leitender Vizepräsident der Australian Labor Party.

 

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